Vom Ballhaus zur Eventlocation

In den legendären 20er, 30er und 40er Jahren amüsierte sich besonders das Berliner Publikum mit rauschenden Partys in über 200 Ballhäusern und Tanzsälen. Zur Musik von knisternden Schellack-Platten entflohen die Menschen in Zeiten von politischen und wirtschaftlichen Katastrophen dem tristen Alltag. Die Vergnügungspaläste überboten sich dabei gegenseitig an Pracht und Prunk, und das „vergnügungssüchtige Publikum" kehrte damals in Scharen in die Tanzpaläste ein. Nach dem Wandel der Musik und der Alltagskultur der Menschen wurde ein Überleben der Tanzlokale erschwert.

Das „Casanova“ in der Lutherstraße 22 (heute: Nr. 14-18), das sich anfangs durch seine expressionistischen Formen auszeichnete, war ebenfalls davon betroffen. Nach folgenden Umbauten durch den Architekten Günther Nentwich imponierte das „Casanova“ nun durch Formen des Rokoko und galt über Jahre als Hauptquartier der feinen Lebewelt. Aufgrund zunehmender Konkurrenz wurde das „Casanova“ später geschlossen und im 2. Weltkrieg völlig zerstört.

Ende der 1990er Jahre hat man in der Königin-Elisabeth-Straße 45 in den Räumen der ehemaligen Charlottenburger Festsäle das „Ballhaus Casanova“ wieder auferstehen lassen. Dieses und andere glanzvolle Ballhäuser vergangener Epochen, die im alten Berlin an Attraktivität kaum zu überbieten waren, standen Pate, als die Räumlichkeiten aufwendig renoviert und umgebaut wurden.

Seit 2002 kann man dem Glanz des „Cassanova“ und der Nostalgie der 20er Jahre im Queens 45 BC wieder begegnen, das als exklusive Eventlocation betrieben wird. Berlin-Kenner haben hier bereits so manchen Event der besonderen Art erlebt.

Durch die Vielzahl an Räumlichkeiten im Stil des Rokoko, mit expressionistischem Dekor und einer reichen Auswahl an Eventkonzepten gilt das Queens 45 BC heute als eine gelungene Reinkarnation der Vergnügungstempel des alten Berlins.